zu entdecken— die Kugeln ſteckten noch in den Ge⸗ wehrläufen.
„Da ſeht Ihr's,« murmelten die Abergläubiſchen —„die Geiſter des Schloſſes dulden nicht, daß man ihnen naht! Gott ſchütze uns vor den Geſpenſtern!“
So kam es, daß ſelbſt die Gränzwächter einge⸗ ſchüchtert wurden, und ſich nur ſelten, und auch dann nur bei Tage, den mit tödtlichen Schrecken drohenden Ruinen zu nähern wagten, welchen Verdacht ſie auch
über das geheimnißvolle Treiben daſelbſt hegen moch⸗
ren. Bei Tage hatten ſie nie etwas Verdächtiges be⸗ t, ſo genau und ſorgfältig ſie auch den alten Trümmerhaufen und das Innere des mächtigen runden Thurmes durchforſcht und immer wieder durchforſcht hatten. Von geheimen Gewölben, aufgehäuften Schätzen und dergleichen fanden ſie keine Spur— warum alſo ſollten ſie ihr Leben unnöthiger Weiſe auf's Spiel ſetzen?
So ſtanden die Dinge, als eines Abends aus dem bereits erwähnten Fiſcherhäuschen ein ſchlanker, hüb⸗ ſcher Knabe trat, und, vor der Thür ſtehen bleibend, einen laugen, forſchenden Blick in das Meer hinaus und auf die Ruine warf, welche von den Strahlen der untergehenden Sonne mit röthlichem Schimmer über⸗ haucht und verklärt wurde. Das leuchtende Tagesge⸗ ſtirn ſtand bereits tief am Horizonte und ſeine Strah⸗ len goſſen einen breiten, glänzenden Strom von Licht uͤber das Meer aus, der in funkelndem Glanze grell gegen die grüne dunkle Färbung des übrigen Waſſers abſtach. Einzelne Wolkenſtreifen, ſchon mit Purpur gefärbt und mit blitzend ſilbernen Rändern ſchwebten uͤber der Sonne. Die dunkle Bläue des Himmels war
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