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kleinen Bucht, welche unmittelbar unter dem Schloſſe lag und den Herren der Burg in alten Zeiten zu einem Hafen gedient haben mochte, und dieſes Schiff könne kein anderes ſein, als ein Geiſterſchiff, das ohne Segel und Steuer über das Meer dahinfahre, bloß von ge⸗ heimnißvollen Mächten geleitet. Es ſei das Schiff der alten Seehelden, die im Grabe nicht Ruhe finden könn⸗ ten und in mitternächtiger Stunde die heimathliche Burg aufſuchten, um dort bis zum erſten Tagesgrauen ihr geſpenſtiſches Weſen zu treiben.
So ging die Sage, und Viele glaubten ſie, denn Viele hatten in der That die Lichter in den Ruinen, das Fahrzeug in der Bucht mit eigenen Augen geſehen, und mit eigenen Ohren das Gewirr von Stimmen gehört, das zuweilen in dunkler ſtiller Nacht deutlich vernehmbar war. Man ſprach nur mit Scheu von dem alten Schloſſe, und ſelbſt die Verwegenſten nahten ſich ihm nicht gern bei Nacht, ſondern machten lieber einen weiten Bogen, um dem geſpenſtiſchen Treiben der Geiſter aus dem Wege zu gehen. Seit nun vollends einige vorwitzige Burſche, welche, der Gefahr trotzend, ſich Nachts den Trümmern genähert hatten, elend auf dem Sande der Dünen umgekommen waren, wagte ſich Niemand mehr heran, und das Schloß lag wüſt und leer, ein Tummelplatz fuͤr die Möven und Seeraben, die von der Zinne des alten Thurmes ihr mißtönend krächzendes Geſchrei erſchallen ließen.
Gleichwohl gab es noch Leute, welche nicht nur nicht an die Sage glaubten, ſondern ſogar ohne Scheu darüber ſpotteten und lachten. Dies waren die fran⸗ zöſiſchen Douaniers, welche im Jahre 1810 dieſen Theil der Küſte beſetzt hielten und vor dem Einſchmug⸗


