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Eine Familiengeschichte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Richard hatte. Er war das Muſterbild eines Lon⸗ doner Gaſſenjungen, geſchmeidig, hurtig und ſchlan über ſeine Jahre. Man konnte ihn nicht ganz ſchlimm nennen, aber er ſtand in dem begründeten Verdachte, daß er bei Gelegenheit gern lange Finger machte, und mauste, was ihm unter die Hände kam. Er hatte in der Schule eine große Zuneigung zu Richard gefaßt, und dieſer war zu gutmüthig, den ſchelmiſchen Burſchen ſchroff von ſich zu weiſen.

Was mich hierher führt? entgegnete Richard. Kaum weiß ich ſelbſt. Meine Mutter und Schweſter hungern, ſterben vor Hunger, und ich ging, um zu...

Um zu ſehen, wo du Etwas aufpicken kannſt, fiel Jack ein.Da haſt du vollkommen recht!

Wie kommſt du nur zu deinem Unterhalt? fragte Richard.Du haſt immer Geld, und biſt immer warm gekleidet.

Oh, ich lebe von meiner Arbeit, verſetzte der Knabe.

Von welcher Arbeit?

Du weißt's ja wohl, erwiederte Jack zögernd und verlegen.

Nein, gewiß nicht!

Nun denn, ich eigne mir zu was ich kann.

Ein Dieb biſt du? rief Richard zurückſchreckend. Das thut mir leid, Jack.

Es iſt nicht meine Schuld, verſetzte der Knabe. Ich muß ſtehlen, wenn ich nicht Prügel von meinem Onkel, bei dem ich wohne, bekommen will. Mach' es

auch ſo wie ich, und du brauchſt nicht länger zu hungern.