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Eine Familiengeschichte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſich die unglückliche Mutter ein Herz, und beſchloß, die Wohnung ihres alten Freundes Peter Mangles auf⸗ zuſuchen, der ſie ſchon manchmal heimlich unterſtützt hatte. In Begleitung ihres Sohnes, der die kleine Marie auf dem Arme trug, trat ſie den Weg dahin an, fand aber unglücklicher Weiſe den Buchhalter nicht zu Hauſe..

Gut, ſagte ſie mit bitterem Schmerze, ſo müſſen wir den Vater aufſuchen, und dann ſollſt du zu eſſen bekommen, mein armes, liebes Kind.

Sie nahm die kleine Marie auf ihren eigenen Arm, und betrat die niedrige Schenke, die ihr Mann zu be⸗ ſuchen pflegte. Eine neue Täuſchung wartete hier ihrer: Georg Markham hatte in Begleitung des Schurken Styles die elende Kneipe ſchon verlaſſen, und Niemand wußte, wohin er gegangen war.

So bleibt uns nichts übrig, als wieder nach Hauſe zu gehen, ſagte die arme Mutter im Tone der Ver⸗ zweiflung.Ich fühle eine Schwäche zum Unſinken!

Auf den Arm ihres Sohnes geſtützt, gewann ſie die Straße wieder. Die kalte, ſcharfe Luft ſtellte einiger⸗ maßen ihre Kraft wieder her, und ſie war im Stande weiter zu gehen, als ein leiſes Stöhnen Marie's ihren Schritten Einhalt that. Sie fühlte nach ihrem Kinde; es war kalt wie Eis, und ſchauderte wie im Fieber.

Sie ſtirbt! ächzte die erſchreckte Mutter,ſtirbt vor Hunger!« 1

Mehr konnte das brechende Herz ihres Knaben nicht ertragen. Sein Gehirn glühte wie Feuer, Thrä- nen vermochten es nicht zu kühlen.

Trage ſie nach Haus, Mutter, rief unbeſorgt, ich will Euch zu eſſen bringen,