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Eine Familiengeschichte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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handen, da Markham das dazu beſtimmte Geld in

Branntwein vergeudet hatte. Rahel theilte den ge⸗

ringen Vorrath ſchweigend unter die Kinder, und be⸗

hielt nur eine kleine Kruſte für ſich.

Ich bin nicht hungrig, Mutter, flüſterte Richard, und gab ihr den größten Theil ſeiner Portion wieder zurück.Du aber haſt geſtern Abend gar nichts ge⸗

geſſen.

Georg Markham ſtand nach einer Weile mit un⸗ zufriedener Miene vom Tiſche auf, und trat an einen

kleineren in der Nähe des Fenſters, auf welchem einige

Papiere lagen. Er verſuchte mehrere Male zu ſchrei⸗ ben, aber ſeine Hand zitterte ſo, daß er es aufgeben mußte.

Wie angegriffen ich heute früh bin, murmelte er,

ddie Feder unwillig wegwerfend. Ich muß ein wenig in die friſche Luft, um mich zu erholen.

Seine Frau wußte nur zu wohl, was unter dieſer Erholung zu verſtehen war: die Schenke und der Branntwein. Der geſunkene Mann ſetzte ſeinen Hut auf, und verließ die Seinen, ohne denſelben einen Blick der Liebe zuzuwerfen. Er hatte kein Geld, aber leider wußte er, daß er ſich ſtets auf die Börſe ſeines guten Freundes, des elenden Styles, verlaſſen konnte, wenn es galt Branntwein herbei zu ſchaffen. Wurde ddieſer Menſch doch von Cerus Kearn, dem Feinde

Georgs, reichlich dafür bezahlt.

Mit Todesangſt erwartete die Frau Georgs ihres Mannes Heimkehr, denn ihre Kinder hungerten, und ſſie beſaß keinen Heller Geld, um Brod für ſie kaufen

zu können. Aber der ganze Tag verſtrich, und Mark⸗

ham ließ ſich nicht blicken. Als es dunkel wurde, faßte