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Zweites Kapitel. Richard.
Es i*ſt jetzt Zeit, von den Kindern des unglück⸗ lichen Ehepaares zu ſprechen. Richard, das älteſte, ſtand jetzt im dreizehnten Le⸗ bensjahre, und war ein ſchöner, gut gewachſener und geſunder Knabe. Er hatte ſeines Vaters verſtändige offene Stirn und lockiges Haar, ſowie der Mutter tief⸗ blaues, ſinniges Auge, und viel von ihrem ſanften und liebevollen Charakter; ſein ſchönſter Vorzug aber war ſein vortreffliches Herz. Der Mutter und ſeinem ſechsjährigen hübſchen Schweſterchen Marie aus voller Seele zugethan, bot Richard alles Mögliche auf, den Kummer der armen Dulderin zu mildern, und ihr, während ihr Mann im Wirthshauſe ſaß, die Heimath weniger freudlos zu machen. 8 Manchmal ſagte er: Bald werde ich ſtark genug ſein, um für Euch arbeiten zu können, und dann ſoll ihr keinen Mangel mehr leiden.“ Noch war freilich die Zeit dazu leider nicht ge⸗ kommen. Am letzten Tage des ſcheidenden Jahres ſaß die Familie Markham bei einem ſpärlichen Frühſtück in ihrem armſeligen, aber reinlichen Häuschen. Georg, mit von der Schwelgerei der letzten Nacht noch ge⸗ rötheten Augen, mochte nichts eſſen, ſondern begnügte ſich mit dünnem, heißem Thee, den er begierig hin⸗ unter ſchlang, um den inneren Brand zu löſchen. Butter war gar nicht, und Brod nur ſehr wenig vor⸗


