79.
gen, Sie leiden zu ſehen, ohne ein Wort der Liebe und des Troſtes zu Ihnen ſprechen zu dürfen.«
„Haſt du mich denn wirklich lieb, Jakob?« fragte Herr Zollmüller.
„Oh, von ganzer Seele!« rief Jakob aus und ſchmiegte ſich zärtlich an den Greis an.
»Auch, wenn aus deiner Reiſe in die Heimath nichts werden ſollte?«
»Gewiß, gewiß! So gern ich die Meinigen wieder ſehen möͤchte, werde ich mich doch ſtets Ihren Wünſchen fügen und jeden Gedanken an die Reiſe aufgeben, wenn Sie nicht gern Ihre Zuſtimmung dazu ertheilen.“
»Nun, ich glaube dir, Jakob,“ ſagte Herr Zollmüller,
ſo ſchmerzlicher iſt es mir, wenn du der Hoffnung, die
einigen zu ſehen, und vielleicht noch ganz anderen Hoffnungen entſagen müßteſt!«
„Vater, Sie erſchrecken mich!« rief Jakob aus.„Was iſt geſchehen? Was habe ich Ihnen zu Leide gethan?«
»Du, lieber Sohn,— nichts!« verſetzte Herr Zoll⸗ müller.„Aber Andere! Ich habe, um es kurz zu machen, durch Umſtände, die ſich nicht bere ungeheure Verluſte erlitten, und heute noch wird ſich entſcheiden, ob ich ein Bettler bin, oder wenigſtens einige
ſo erſchrocken, daß er ſich nicht zu faſſen wußte, ſondern
ihm um den Hals fiel und ihn unter Thränen umarmte
und küßte.
—
————


