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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Herr Zollmüͤller hielt ihm Lehrer, die ihn in den wich⸗ tigſten Zweigen des Wiſſens unterrichteten, und Jakob glaubte durch eiſernen Fleiß dieſe Wohlthat erwiedern zu müſſen. Seine freien Stunden und alle Abende brachte er aber ſtets in der Geſellſchaft ſeines alten väterlichen Freundes zu, der in dem Verkehre mit ihm die herz⸗ lichſte Befriedigung fand, und ordentlich wieder jünger zu werden ſchien. Auch der alte Zeller, der ſich häufig in ihrer Geſellſchaft befand, hatte ſeine Freude an Ja⸗ kob, und manche vergnügte, trauliche Stunde verlebten ſte mit einander, bis auf einmal, für Jakob ganz uner⸗ wartet und unerklärlich, ein plöͤtzlicher Umſchwung der Dinge erfolgte, und zwar kurz vor der Zeit, als Jakob den erſten Beſuch bei ſeinen Aeltern machen ſollte.

Die beiden alten Herren, ſonſt immer fröhlich, zu⸗ frieden und in beſter Laune, zeigten auf einmal ernſte Mienen, ſorgenvolle und mürriſche Geſichter, und eine gewiſſe Aengſtlichkeit und Niedergeſchlagenheit. Jakob merkte es wohl, und ſuchte durch heiteres Geplauder die finſteren Wolken auf ihrer Stirn zu zerſtreuen. Manch⸗ mal gelang es ihm, öfter aber nicht, und zuletzt, wenige Tage vor ſeiner Abreiſe, gar nicht mehr. Er furchtete, daß eben die Reiſe in ſeine Heimath es ſein könne, welche ſeinen Wohlthäter und den alten Herrn Zeller verſtimmten, und endlich faßte er ſich eines Abends ein Herz, und rückte offen mit der Sprache heraus.

Liebſter Vater, ſagte er zu Herrn Zollmüller, dem er ſchon längſt dieſen ehrwürdigen Namen hatte geben müſſen,irgend Etwas macht Sie traurig und verſtimmt. Ich bitte, theilen Sie mir mit, was Sie quält und beunruhigt! Ich kann es nicht mehr ertra⸗