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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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trauen zur Menſchheit verlor, ſich in reiferem Alter ganz vom geſelligen Umgange zurückzog, und für ſich allein faſt wie ein Einſiedler lebte. Der einzige Menſch, dem er noch Vertrauen ſchenkte, war ſein Buchhalter Zeller; aber dieſer war beinahe eben ſo alt, wie er ſel⸗ ber, und konnte ihm nicht gewähren, was er ſich in ſei⸗ nen greiſen Jahren am meiſten wünſchte, nämlich ein junges Herz voll Liebe und Anhänglichkeit an ihn. Je älter er wurde, deſto ſchmerzlicher empfand der alte Herr, daß er trotz allen Reichthums doch recht verein⸗ ſamt und freudenlos in der Welt ſtand. Schon manch⸗ mal hatte er die Lücke in ſeinem Herzen auszufüllen geſucht, indem er junge Leute in ſeine nähere Umgebung zog, ſie mit Wohlthaten überhäufte, und ſich durch Güte und Freundlichkeit aller Art ihre Zuneigung zu erwer⸗ ben ſuchte. Auch in dieſen Beſtrebungen war er nie glücklich geweſen, und hatte nun, in Folge deſſen, ſchon jede Hoffnung aufgegeben, die letzten Jahre ſeines Lebens freundlicher zu geſtalten, als ihm der alte Zeller, von ſeiner Reiſe zurückgekehrt, das Zuſammentreffen mit Jakob erzählte, und des jungen Menſchen muthiges und uneigennütziges Benehmen ſchilderte. Er empfand ſchon damals eine lebhafte Theilnahme für Jakob, und dieſe Theilnahme hatte ſich noch beträchtlich geſteigert, als er Jakob nun perſönlich kennen gelernt hatte.

»Noch einen letzten Verſuch will ich machen, ſagte er vor ſich hin, nachdem er geraume Zeit nachdenklich in ſeinem Kabinette auf und nieder geſchritten war. »Gelingt er, ſo werde ich glücklich ſein; mißglückt er, nun, dann iſt es Gottes Wille, daß ich dereinſt un⸗ beweint und unbetrauert in die Grube fahren ſoll!« Am andern Morgen bei'm Kaffee erklärte Jakob