hungrig zu Bette gehen muß. Und nun, Adieu! Auf Wiederſehen bei'm Kaffee morgen früh!“
Jakob wußte nicht, ob er ſeinen Ohren trauen ſollte, und machte eine äußerſt verbluͤffte Miene; Herr Zeller aber drängte ihn ohne Weiteres zur Thür hinaus, und mit ihnen verſchwand zugleich Sultan, ſo daß Herr Zoll⸗ müller allein in ſeinem Kabinette zurückblieb.
Ueber dieſen alten Herrn müſſen wir nun einige kurze Mittheilungen machen, weil er weſentlich beſtim⸗ mend in die fernere Zukunft Jakob's eingriff.
Herr Zollmüller war ein ſehr reicher Mann, aber keineswegs aus einer ſehr angeſehenen Familie. Eigent⸗ lich gehörte er gar keiner beſonderen Familie, ſondern nur der allgemeinen großen Menſchen⸗Familie an, welche den ganzen Erdball bewohnt. Er kannte weder Vater noch Mutter, hatte ſie auch nie gekannt, und war von Kindheit auf in einem Waiſenhauſe erzogen worden, wohin er nach dem Tode ſeiner Aeltern gebracht wurde, weil ſich keine Verwandte ausfindig machen ließen, die ſich des hülfloſen Kindes hätten annehmen können. Aus dem Waiſenhauſe war er zu einem Kaufmann in die Lehre gethan worden, hatte ſich in ſpäteren Jahren einiges Vermögen erſpart, damit ein ſelbſtändiges Ge⸗ ſchäft begründet, und im Laufe der Zeit durch Geſchick⸗ lichkeit und Thätigkeit ein ſo bedeutendes Vermögen er⸗ worben, daß er in Wien gewöhnlich nur mit dem Namen der„reiche“ Zollmuller bezeichnet wurde.
Von Natur gutmüthig und wohlwollend, hatte er doch ſo viele bittere Erfahrungen im Leben gemacht, hatte ſo viele Täuſchungen erfahren müſſen, war ſo oft von ſchlechten Menſchen hintergangen und betrogen wor⸗ den, daß er mit den Jahren mehr und mehr das Ver⸗


