Seitengebäude mit den ſtarken Eiſenſtäben vor den Fen⸗ ſtern, und trat in ein großes Gemach, wo an verſchie⸗
denen Pulten und Tiſchen Schreiber über große Han⸗
delsbücher gebeugt ſaßen. Er näherte ſich dem Erſten
Beſten, und fragte nach Herrn Zollmüller.„Dort,“
verſetzte der junge Menſch kurz, und deutete mit ſeiner
Schreibfeder auf einen vergitterten Raum, der durch
grüne Seiden⸗Vorhänge vor neugierigen Blicken geſchützt
war. Eine Gitterthür führte hinein. Jakob öffnete
und ſchloß ſie wieder, und ſtand nun in einem kleinen
Gemache, wo an einem altväteriſchen Schreibepulte von Nußbaum⸗Holze, der mit Büchern, Papieren und Brie⸗
fen bedeckt war, ein alter Herr ſaß, der ſich bei dem Geräuſche, welches das Verſchließen der Thür verur⸗ ſachte, mit einer raſchen Bewegung umdrehte. Jakob ſah ein faltenreiches, von weißen Locken eingerahmtes Geſicht, aus dem ein Paar kluge Augen ihn hell und forſchend anblickten.
„Wer ſind Sie? Was wünſchen Sie?“ redete der alte Herr ihn an.
„Ich heiße Jakob Bluntſchli,“ lautete die Antwort, „und ich komme im Auftrag des Fuhrmannes Wilhelm Häfele, um ſeinen Frachtwagen hier abzuliefern. Draußen auf dem Hofe ſteht er,— wenn Sie durch's Fenſter ſchauen, können Sie ihn ſehen!“
Der alte Herr machte eine erſtaunte Miene, aber noch mehr erſtaunte er, als plötzlich hinter einem beſon⸗ deren Vorſchlage hervor noch eine andere Geſtalt auf⸗ tauchte, und mit dem lauten Ausrufe:„Weiß Gott, er iſt es! Iſt wahr und wahrhaftig das treue Blut!«
dem nicht minder betroffenen Jakob um den Hals fiel


