Aber er kämpfte ſchnell dieſe Anwandlung nieder, indem er an alles Gute dachte, das Frau Häfele ihm einſt erwieſen hatte.
„Es kann halt jetzt nicht ſein, Ihr Lieben zu Haus, daß wir uns ſo bald wiederſehen, wie ich vermeint habe,“ murmelte er.»Aber aufgeſchoben iſt nicht auf⸗ gehoben, und wenn ich ſpäter komme, wird die Freude dann um ſo größer ſein.“
Er winkte mit der Hand nach der Gegend zu, wo die heimathlichen Berge lagen, dann aber wendete er ſich entſchloſſen um und trieb ſeine Pferde an.
„Hü, nur zu!“ rief er, und der ſchwere Frachtwagen rollte weiter ſeinem fernen Ziele entgegen. Jakob ſchritt neben den Pferden her, und Sultan trabte guter Dinge ein Stuüͤckchen voraus. Jakob war nicht traurig, nicht fröhlich,— er war ruhig. Obgleich er ſeine ſchönſte Hoffnung für den Augenblick aufgegeben hatte, fand er gleichwohl Troſt in dem Bewußtſein, daß er es habe
thun müſſen, um der Pflicht der Dankbarkeit und der Freundſchaft zu genügen. Dies beſchwichtigte ſeine wehmüthigen Gefühle, und getroſten Muthes ging er
ſeinem neuen Ziele entgegen.
Viertes Kapitel. In Wien.
An einem bitter kalten Tage des Monats Januar fuhr Jakob durch die Thore von Wien ein, in ſtiller Freude darüber, daß er die weite Reiſe glücklich und
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