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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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wußte Beſcheid. Er ſtieg voran, langſam und bedäch⸗

tig, indem er jeden Vorſprung, jede kleine Platte be⸗ nutzte, um weiter zu kommen. Jakob folgte ihm auf dem Fuße, und mit Hülfe des derben Alpenſtockes ge⸗ lang es ihm, ungefährdet auch die ſchwierigſten Stellen zu paſſiren. Nach etwa einer Stunde lautloſen und angeſtrengten Steigens erreichten ſie ein breites Plateau, über welches der Schnee eine zollhohe weiße Decke ge⸗ breitet hatte. Hier blieb der Vater, aus tiefer Bruſt Athem ſchöpfend ſtehen, und wartete auf Jakob, der um etwa hundert Schritte zurückgeblieben war. Sein Ge⸗ ſicht glühte von der Anſtrengung, und helle Schweiß⸗ tropfen perlten auf ſeiner Stirn.

»Gelt, rief der Vater ihm entgegen,das war kein leichtes Stück Arbeit? Aber du haſt's nun überſtanden,

und bleibſt hier, während ich vollends den jähen Ab⸗ 1

hang dort hinauf klettere. Dort drüben iſt eine Höh⸗ lung im Felſen, die Schutz gegen den Wind gewährt, dort warte auf mich, bis ich zurückkehre.«

»Kann ich nicht weiter mit?« fragte der Knabe mit bittendem Blicke.Ich bin noch nicht müde, Vater, nicht im geringſten.

»Nein, Kind, verſetzte der Vater ernſt, dieſes letzte Stück muß ich allein gehen, um dich nicht Gefahren auszuſetzen, von denen du keine Ahnung haſt. Dort hinauf führt nur ein Gemſenpfad, und nur ein Gemſen⸗ jäger vermag ihn zu gehen.

Der Knabe fügte ſich gehorſam dem Ausſpruche des Vaters, und dieſer traf ſeine Vorbereitungen, um das letzte ſchwierigſte Wagſtück zu vollbringen. Er legte Stutzen und Jagdtaſche ab, und behielt nichts bei ſich, als die Axt, die Baumſäge und den unentbehrlichen