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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſchied von der Mutter und Mariannen, und ſchritten

dann wohlgemuth durch die friſche, helle, aber kalte Morgenluft den hoch in den blauen Himmel ragenden, mächtigen Bergen zu.

»Der Wind bläſt rauh, trotz des hellen Sonnen⸗ ſcheines, und droben auf den Gletſchern und Felſen liegt friſch gefallener Schnee,« ſagte der Vater, als die beiden Wanderer mehr und mehr ihrem Ziele ſich nä⸗ herten.Nimm dich in Acht beim Steigen, Jakob, denn auf den beſchneiten ſchmalen Kanten und Räͤndern gleitet der Fuß leicht aus, und ein Sturz in die Tiefe bringt unvermeidliches Verderben. 3

»Sei ohne Sorge um mich, Vater,« antwortete der Knabe,ich werde ſchon vorſichtig ſein, denn ich ſteige ja nicht zum erſten Male auf die Berge hinauf. Und ſo gar ſteil kommt es mir von hier aus auch nicht vor.«

»Du wirſt ſchon ſehen, wie ſteil der ſchmale Pfad empor geht, wenn wir nur erſt ein Stück den Berg hinauf gekommen ſind,« ſagte der Vater.Es giebt da Stellen, wo ſelbſt die Gemſe vorſichtig auftreten muß, um den zerſchmetternden Sturz zu vermeiden. Hier rechts hinauf, Jakob! Noch ein Viertelſtundchen, und das eigentliche Steigen beginnt. Geh' langſam! Wir werden allen Athem und unſere ganze geſammelte Kraft nöthig haben, um an unſer Ziel zu gelangen.

Der Weg führte über kurz begraste Wieſen bis an den Fuß der ungeheuren Felſen⸗Koloſſe. Bis dahin war er nichts weniger, als beſchwerlich, jetzt aber ging es pfadlos hinauf, und es gehörte der ſichere Blick des ge⸗ übten Gemſenjägers dazu, an der faſt ſenkrecht abſtür⸗ zenden Wand empor zu klimmen. Aber Vater Bluntſchli

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