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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Wohin gehſt du heute, Vater?« fragte der junge Jakob.Darf ich nicht mit? Ich habe erſt geſtern meine Art ſcharf gemacht, und könnte dir wohl ein wenig helfen beim Abhauen der zähen Holzſtämme.

Heute nicht, Jaköbli, verſetzte der Vater freundlich, denn er freute ſich des immer zur Thätigkeit bereitwilli⸗ gen Knaben,ich muß heute hoch hinauf auf einen Ausläufer der Engelhörner, wo ich neulich, als ich auf der Gemsjagd war, ein Geſtrüpp Knieholz entdeckt habe, wie es ſelten ſo knorrig, ſo feſt und in ſo ab⸗ ſonderlichen Formen vorkommt. Ich nahm mir gleich vor, mir gelegentlich eine Parthie davon zu holen, und heute will ich denn, da es ein ſo ſchöner Tag iſt, mei⸗ nen Vorſatz ausführen.

Oh, ich bitt' gar ſchön, Vater, nimm mich mit,« ſagte Jaköbli.Schon lang' hab' ich mich geſehnt, einmal an den Engelhörner hinauf zu klettern, und du wirſt ſehen, wenn du bei mir biſt, fürchte ich mich nicht vor dem ſteilſten Abhange.

4 Der Vater ſchüttelte, aber nicht unfreundlich, den

opf. Es iſt ein ſchweres Aufſteigen, erwiederte er, und mir ſelbſt iſt es nicht leicht geworden, bis auf die höchſte Platte hinauf zu kommen. Indeß, drei Viertel des Wegs kannſt du allenfalls machen, und ſo, in Got⸗ tes Namen, begleite mich.

Der Knabe jauchzte vor Vergnügen, als er die Er⸗ laubniß zum Mitgehen empfing. Im Nu machte er ſich fertig, zog die ſchweren, ſcharfkantigen Alpenſchuhe an, griff nach dem Alpenſtocke, holte ſeine Axt, die er in den Gürtel ſteckte, und ſtand nach wenigen Minuten marſchfertig dem Vater zur Seite. Beide nahmen Ab⸗