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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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wegenen Schützen auf Schritt und Tritt hoch in den

einſamen Wüſten der ſtarren, eiſigen Gletſcherwelt um⸗

ringen. 92.9 verlebten ſie im ſtillen Familien⸗Kreiſe einför⸗ mig aber doch glücklich ihre Tage während des Winters, bis der Sommer kam und andere Beſchäftigungen brachte. Dann beſorgte der Vater Feld und Wieſe, die Mutter war thätig in der Wirthſchaft, wobei die kleine Marianne dann und wann ihr ſchon zur Hand ging, und Jakob, der junge nämlich, huͤtete die Ziegen und Kühe auf den Alpenmatten, oder ſichelte Gras an Stellen, wohin das Vieh nicht gelangen konnte, oder ſammelte Reiſig und Holz in den entfernten Wäldern. Kurz, es gab nur ſelten ganz müßige Hände in der Familie des Vaters Bluntſchli, und weil dabei ſtets Einfachheit und Sparſamkeit an der Tagesordnung war, ſo litten die fleißigen Leutchen niemals Mangel, ſondern erfreuten ſich vielmehr einer gewiſſen Behaglichkeit und ſogar einigen Ueberfluſſes, um den ſie von manchen an⸗ deren Dorfbewohnern wohl beneidet werden konnten. So war wieder einmal ein Sommer vergangen, und man bereitete Alles auf den allmählig herannahenden Winter vor, als an einem ſonnenhellen friſchen Spät⸗ herbſt⸗Tage in aller Frühe ſchon Vater Bluntſchli nach Art und Säge griff, den eiſenbeſchlagenen Alpenſtock nahm, Stutzen und Jagdtaſche umhing, und ſich auf ſolche Weiſe zu einem Ausfluge in's hohe Gebirge vor⸗ bereitete. Dies geſchah um dieſe Zeit wöchentlich meh⸗ rere Male, denn Vater Jakob ſorgte eben im Spät⸗ herbſte gewöhnlich für die nöthigen Vorräthe von Knie⸗ holz, die er während des Winters zu verarbeiten ge⸗ dachte. 8