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Das treue Blut : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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laſſen ſich daran genügen, weil es nun einmal nicht zu ändern iſt, und die Milch zu ihrem nothdürftigen Unterhalte ausreicht.

Für einen der allergeſchickteſten Holzſchnitzer in be⸗ ſagtem Dorfe galt ſo in den zwanziger Jahren unſe⸗ res Jahrhunderts der alte Jakob Bluntſchli, der drüben nahe bei der ſteil aufragenden, mit ſchimmerndem Glet⸗ ſcher gekrönten, breiten Felſenwand ſeine Hütte, eine der hübſcheſten im Dorfe, aufgeſchlagen hatte. Man nannte ihn den alten Jakob, obgleich er kaum erſt vier⸗ zig Jahre zählte, und noch immer ein ſtarker, rüſtiger, geſunder Mann war, den ein Fremder kaum auf ſechs⸗ unddreißig geſchätzt hätte. Aber dann war da noch der junge Jakob, ſein Sohn, ein hübſcher, friſcher Burſch von ſo etwa dreizehn Jahren, mit blonden Locken und großen hellblauen Augen, die ſo kindlich einfältig und treuherzig ehrlich in die Welt hinein ſchauten, daß jeder gute Menſch auf den allererſten Blick ihn lieb gewinnen mußte. Er war auch der beliebteſte Burſch im ganzen Dorfe wegen ſeiner ungemeinen Herzensgüte, wegen ſeiner immer bereiten Gefälligkeit und ſeiner unerſchüt⸗ terlichen Rechtſchaffenheit. So grundehrlich war er, daß er einmal einem Fremden, der zufällig das Dorf paſſirt und dort ſeine Brieftaſche verloren hatte, die er, der junge Jakob gefunden, zwei volle Tage lang kreuz und quer durch das Gebirge nachgelaufen war, bis er den Fremden endlich in irgend einer abgelegenen wilden Schlucht richtig entdeckt und ihm ſeine Brieftaſche wie⸗ der eingehändigt hatte.

Der war einmal froh, ſagte er zu ſeinen Kame⸗ der Rückkehr.

dir geſchenkt?« fragten ſie.