dich! Sei demüthig, gehorſam und fleißig, wie es gu⸗ ten Kindern geziemt, und gib nicht, wie jetzt wieder, ein Beiſpiel des Uebermuthes und der Zügelloſigkeit. Ich bitte dich, Hans, folge meinen Worten und lege dein böſes Treiben ab! Ich meine es herzlich gut mit dir, und einſt wirſt du mir's danken, wenn du meinen Ermahnungen Gehör gibſt!«
»Aber was thu' ich denn Böſes?« fragte lachend Hans, auf den das herzliche Einreden des braven Leh⸗ rers gar keinen Eindruck hervorbrachte.„Alle Welt ſchilt mich, und doch thue ich keinem Menſchen etwas zu Leide!“
„Dir ſelbſt thuſt du das größte Leid an!“« ſagte der Schullehrer.„Was ſoll denn aus dir werden, wenn du nichts lernſt, und ſo wild in den Tag hineinlebſt?«
„Ein Offizier!« erwiederte Hans.„Reiten, Schießen und Fechten kann ich ſchon, und weiter brauch' ich nichts . zu wiſſen.“ 5 5 „Nun, Gott öffne dir Herz und Augen!« ſagte der
Schulmeiſter betrübt.„Wenn du nicht bald in dich gehſt, oder nicht der Himmel dich erzieht zur Zucht und Frömmigkeit, dann wirſt du einſt mit Kummer auf die verlorenen und vergeudeten Tage deiner Jugend zurück⸗ ſchauen. O komm', Hans, komm'! Höͤre auf meine Stimme, und folge mir in die Schule! Willſt, du Hans? Willſt du?«
»Nun ja denn, ich will!« erwiederte Hans, und lächelte ſchelmiſch. Geht nur voran, Herr Schulmeiſter, ich komme gleich nach. Aber laßt die Thüre hübſch offen ſtehen ⸗
Der Lehrer ging, erfreut, wie es ſchien, über die Bereitwilligkeit ſeines widerſpenſtigen Schülers. Kaum


