Einen von euch anrührt, werf' ich dem Alten die Fen⸗ ſter ein. Na, wollt ihr?«
Einige der wildeſten Knaben bezeigten Luſt, der Ein⸗ ladung Folge zu leiſten, und wenn nicht zufällig der Schulmeiſter dazu gekommen wäre, hätten ſie ſich wohl von Hans verführen laſſen. So aber wurde für dieß Mal nichts daraus.
„Marſch, marſch in die Schule, Kinder!« rief der würdige Alte, indem er mitten unter die Knaben trat, und Hans einen ernſten und ſtrengen Blick zuwarf. „Wenn euch böſe Buben locken, ſo folgt ihnen nicht! Du aber, Hans, würdeſt auch beſſer thun, die Naſe in das Buch zu ſtecken, als durch Wald und Feld umher⸗ zuſchweifen! Schäme dich, daß du deinem Vater ſo wenig Freude machſt! Er hat doch ohnehin ſchon Kum⸗ mer genug!“
„Was geht denn das Euch an, Herr Schulmeiſter?« entgegnete Hans.„Ich thue, was ich will, und damit iſt's genug!«
„Aber du ſollteſt thun, was recht und gut iſt, nicht aber was thöricht iſt und dich einſt reuen wird!« ſagte der Schulmeiſter.„Bedenke wohl, was Sirach ſagt: „Ein ungezogener Sohn iſt ſeinem Vater eine Unehre!“«
„Ihr wollt doch nicht ſagen, daß ich ein ungezoge⸗ ner Sohn wäre?« fragte Hans trotzig.„Das wollte ich mir doch verbitten!«
„Du biſt ein frecher und böſer Bube, daß du deinem Lehrer alſo Trotz bieteſt!“ ſagte ſtreng der Schulmeiſter. „Du weißt wohl, daß dein armer Vater, deſſen Herz voll Gram iſt, dich nicht züchtigt, und darum gehſt du ſo trotzig einher. Aber es iſt ein Höherer da, deſſen Zuchtruthe du nicht entgehen wirſt. Oh, Knabe, beſinne


