Druckschrift 
Ein Bibelblatt : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

war er in der Schule, ſo folgte Hans auch richtig nach aber nicht allein, ſondern auf ſeinem Schimmel, der ganz munter über die Schwelle ſchritt und auf einmal mitten unter der über ſeinen Anblick ſchreienden und tobenden Schuljugend ſtand.

Da bin ich, Herr Schulmeiſter! rief Hans lachend und wenn Ihr nun meinen Ruſtan ebenfalls mit in die Lehre nehmen wollt, ſo will ich auch hier bleiben. Ohne Ruſtan wird's aber nichts, das ſag' ich Euch gleich!«

Jetzt riß aber dem braven Schulmeiſter die Geduld, und mit zürnendem Ernſte trat er dem wilden Buben entgegen.Hinweg mit dir! ſagte er.Ich will mich nicht an dir vergreifen, aber dein Vater ſoll endlich er⸗ fahren, welch' ein ruchloſer Knabe ſein Sohn iſt. Wehe dem Kinde, das ſeiner Eltern nicht achtet und ſeine Lehrer verſpottet, denn es wird nichts Gutes ärndten von ſeinen Thaten!

Schon gut, alter Herr! entgegnete Hans mit lachendem Geſicht.Ich habe Euch den Willen gethan, und bin in die Schule gekommen; nun Ihr mich aber ſelber fortſchickt, ſollt Ihr mich für's Erſte nicht wieder zu ſehen bekommen!

Und lachend, wie er herein getrabt war, trabte er

auch wieder hinaus, und freute ſich, daß er den braven

Schulmeiſter eben ſo tüchtig angeführt hatte, wie den guten, alten Wachtmeiſter.

Hans ritt in den Wald hinaus, kreuz und quer unter den Bäumen hin, trieb allerlei Muthwillen, um ſich die Zeit kurzweilig zu machen, verfolgte einen Hirſch, den er im Buſche aufjagte, durch Dick und Dünn, ſetzte ihm nach durch den Bach, trieb ihn aus dem Wald