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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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nen Langeweile, wie ſich ein Jeder leicht denken

kann, der ſich in meine Lage verſetzt. Ich wußte kein

Mittel, mir die langen Tagesſtunden zu vertreiben, * 7 SHie ſich mehr und mehr zu einer unerträglichen Länge

auszudehnen ſchienen.

Da erinnerte ich mich eines Tages der Bücherkiſte und der Bücher, die ich aus ihr genommen hatte, und ohne Zögern eilte ich in meinen Tunnel, und holte mir einen Arm voll von den Büchern, um durch das Leſen derſelben vielleicht meine Langeweile zu vertrei⸗ ben. Als ich in meinem Amphitheater eins nach dem anderen aufſchlug, entdeckte ich, daß es lauter Bibeln waren, und faſt hätte mich eine ſtarke Anwandlung von Unmuth überſchlichen. Bibeln! Was ſollte ich damit anfangen? Früher hatte ich mit Widerwillen einzelne Verſe daraus auswendig lernen müſſen, und ich hegte deßhalb keine beſondere Vorliebe für dieſes herrlichſte und erhabenſte aller Bücher.

Man muß ſich erinnern, was ich für ein Tage⸗ dieb und Nichtsnutz war, als ich mich heimlich in dem Oſtindienfahrer verſteckte; erinnern muß man ſich, daß ich nur gezwungen dem Religions⸗Unterrichte beige⸗ wohnt, und keinerlei Nutzen daraus gezogen hatte; erinnern, daß kein Strahl göttlichen Lichtes jemals in das Dunkel meiner Seele eingedrungen war, um begreifen zu können, daß mir die Bibel, anſtatt die tiefſte und innigſte Freude zu bereiten, beinahe nur Widerwillen einflößte. Ich warf ſie bei Seite, und empfand nicht die mindeſte Luſt, darin zu leſen. Erſt, nachdem ich mich überzeugt hatte, daß lauter Bibeln und nur Bibeln den Inhalt der Kiſte gebildet hatten,

nahm ich eines Tages ein Exemplar davon zur Hand,