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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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höhere Fügung hatte über mich gewacht, und faſt ohne es zu wiſſen, dankte ich Gott für ſeinen gnädigen Beiſtand.

Die Kehle war mir wie ausgetrocknet, und ich ſchmachtete nach Waſſer. So ſchwach ich noch war, erhob ich mich dennoch mit großer Anſtrengung, und preßte meine Lippen, nachdem ich den Holzpfropfen entfernt hatte, mit einer Inbrunſt an die Oeffnung des Waſſerfaſſes, wie ich ſie noch nie, ſelbſt nicht bei dem verzehrendſten Durſte empfunden hatte. Ich trank wohl drei bis vier Maß Waſſer in verſchiedenen Ab⸗ ſätzen, und fühlte mich dadurch weſentlich erquickt und erleichtert. Selbſt mein Kopfweh ließ nach, und mein Gehirn wurde freier, als ob die es einhüllenden Dünſte mit einem feuchten Schwamme wären weggewiſcht worden.

Um keinen Preis in der Welt hätte ich es gewagt, auf längere Zeit in das Tod aushauchende Brannt⸗ weinfaß zurückzukehren; aber ein Mal, wenn auch nur auf wenige Augenblicke, mußte ich doch noch hinein, da ich zu meinem Schrecken mein Meſſer vermißte. Auf dem Balkenboden meines Kerkers fand ich es

nicht, alſo mußte ich es im Faſſe zurückgelaſſen haben.

Es war mein einziges, ganz unentbehrliches Werkzeug, und dies war Grund genug für mich, noch einmal die verpeſtete Luft des Faſſes einzuathmen.

Aber erſt, nachdem ich noch einmal tüchtig Waſſer getrunken hatte, wagte ich den Verſuch, und er wurde, zum Glück für mich, von gutem Erfolge gekrönt. Nach kurzem Suchen fand ich mein Meſſer; es ſteckte in der Faßdaube, die ich zu durchſchneiden angefangen hatte.

Sobald ich es in meiner Hand hielt, verließ ich ſchleu⸗