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Gemüth wurde ſo heiter geſtimmt, daß ich unwillkür⸗ lich bei der Arbeit lachen, ſingen und pfeifen mußte, als ob ich mich in der glücklichſten Lage von der Welt befunden hätte.
Ueber dieſen ſonderbaren Umſtand aber nachzu⸗ denken, fiel mir entfernt nicht ein. Ich arbeitete, lachte, ſang und pfiff weiter, bis mich plötzlich ein ſo furcht⸗ barer Durſt überfiel, daß ich, ſchon halb beſinnungslos aus dem Faſſe hinaus taumelte, und mein Waſſerfaß zu erreichen ſuchte. Doch noch ehe ich die wenigen Schritte bis dahin zurücklegen konnte, brach ich, wie von einem Schuſſe mitten durch den Kopf getroffen, plötzlich zu⸗ ſammen, und blieb ohnmächtig in der Nähe des Waſ⸗ ſerfaſſes auf den Bohlen⸗Dielen meines Gefängniſſes liegen.
Wenn nicht ohnmächtig, ſo war ich jedenfalls völlig beſinnungslos, und es dauerte geraume Zeit, ehe ich aus diefem lethargiſchen Zuſtande wieder erwachte. Als es geſchah, empfand ich heftigen Kopfſchmerz und eine Uebelkeit, wie ich ſie ſo ſchlimm ſelbſt nicht bei dem ärgſten Anfalle von Seekrankheit empfunden hatte. Einiges Nachdenken belehrte mich über die Urſachen dieſes Uebelbefindens. Die Branntweindünſte in dem Faſſe hatten mich, ohne daß ich es ahnte und be⸗ merkte, bis zur Sinnloſigkeit berauſcht, und die Folge davon war jener abſcheuliche Zuſtand, welchen man allgemein mit dem Ausdruck„Katzenjammer“ zu be⸗ zeichnen pflegt. Wohl ſah ich ein, daß ich in der höchſten Lebensgefahr geſchwebt hatte; denn wäre ich nicht durch den plötzlich eingetretenen heftigen Durſt aus dem Faſſe getrieben worden, ſo hätte ich in demſelben unfehlbar den Tod erleiden müſſen. Eine


