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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſcheinlichkeit nach niemals das freundliche Tageslicht wiederſehen würde!

Welch' eine ſchreckliche Gewißheit!

Ich konnte ſie nicht ertragen, ſondern ſank kraftlos auf die Planken meines Kerkers nieder, und fiel in eine Ohnmacht. Gänzliche Beſinnungsloſigkeit hüllte meinen Geiſt in düſtren Schleier ein.

Wie lange dieſer Zuſtand dauerte, bin ich nicht im Stande anzugeben. Gewiß länger als eine Stunde, denn als ich wieder daraus erwachte, ſchmerzten mich die Glieder, welche unmittelbar mit den Bohlen in Be⸗ rührung geweſen waren, und es koſtete mich Mühe, wieder in eine bequemere, ſitzende Stellung zu ge⸗ langen.

Meine Beſinnung war alſo zurückgekehrt, aber ich wußte kaum, ob ich mich darüber freuen ſollte. Im Gegentheil, dachte ich, es wäre viel beſſer geweſen, wenn ich im Zuſtande der Bewußtloſigkeit mein Lebens⸗ ende gefunden hätte. Welche Leiden, welche Qualen, geiſtige und körperliche, mußte ich jedenfalls noch er⸗ tragen, bis Gott ſich endlich meiner erbarmte, und durch den Tod meiner wirklich entſetzlichen Lage ein Ziel ſetzet. 3

Nur eine gute Wirkung derſelben machte ſich mir bemerkbar: die in mir wüthende Todesangſt hatte

plötzlich jede Spur von Seekrankheit vertrieben, und

ich fühlte mich körperlich ſo wohl, wie man ſich in einer ſo verzweifelten Lage eben befinden kann. Geiſtig litt ich deſto mehr! So weit ging die Verirrung meiner bangenden und zagenden Seele, daß ich daran dachte, lieber durch eigene Hand meinem Daſein ein plötzliches und faſt ſchmerzloſes Ende zu

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