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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Müßt es ja unter allen Umſtänden erfahren, Eurer Selbſt wegen, weil Ihr doch der nächſte Anverwandte ſeid, und dieſes armen Burſchen wegen, der ganz allein und verlaſſen in der Welt daſteht, wenn Ihr, ſeiner Mutter Bruder, Euch nicht Seiner erbarmt.

Mein Onkel war anfänglich bei der Todesnach⸗ richt, die ihm gar zu unerwartet kam, heftig erſchrocken.

Meine arme Elſe! Mein armer braver Schwager! murmelte er.

Dann ſuchte er ſich möglichſt zu faſſen, und es ge lang ihm auch mittelſt einer kräftigen Anſtrengung. Er reichte mir die Hand.

Nein, nein, ſagte er,du ſollſt nicht allein und

verlaſſen bleiben in der Welt, kleiner Knirps, ſondern

ſollſt mein Bischen Armuth mit mir theilen, ſo wenig es ſein mag. Ja, Herr, wendete er ſich zum Aktuar, »laſſen Sie mir den Kleinen nur gleich hier. Mei⸗ ner Schweſter Sohn wird dann wenigſtens vor Man⸗ gel und Elend geſchützt ſein, wenn ich auch ſonſt nicht viel für ihn thun kann, denn ich bin nicht reich, ſon⸗ dern habe eben nur das Nothwendigſte zum Leben. Der Herr Aktuar ſchien ſehr erfreut darüber, ſeiner Sorge um mich los geworden zu ſein. Er lobte die guten Geſinnungen meines Onkels, und ermahnte mich zur Dankbarkeit für ſeine Güte und Fürſorge. Dann nahm er Abſchied, und ich hatte nun eine neue Hei⸗ math am ländlichen Herde meines Onkels gefunden. Mein Onkel war ein herzensguter Mann, aber er konnte ſich leider nur ſehr wenig, faſt gar nicht um mich bekümmern. Zu allen Jahreszeiten war er meiſt außerhalb des Hauſes beſchäftigt. Im Frühlinge mit der Beſtellung der Aecker, mit Einheimſen des

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