Roggenfeldes herüber ſchimmerte.„Dort wohnt mein
Onkel.“. Wir traten in den Hof in das Haus. Hier kam uns der Onkel entgegen,— im gewöhnlichen länd⸗
lichen Arbeitskittel, einen kurzen Pfeifenſtummel mit ſchwarzgerauchtem Thonkopfe zwiſchen den Zähnen. Er erkannte mich auf der Stelle, und nickte mir freund⸗ lich zu.
zGrß dich Gott, kleiner Knirps, ſagte er, und ſtreckte mir ſeine ſchwielige Hand entgegen.„Biſt herzlich willkommen! Und Sie auch, Herr! Wie geht's daheim, Knirps? Hoffe, Vater und Mutter ſind wohl⸗ auf! Wie?“
Ich konnte nicht antworten, ſondern brach wieder in Thränen aus, und weinte ſo heftig, daß Onkel Beuthge darüber erſchrak.
„Was hat denn der Knirps, lieber Herr?“ fragte er den Aktuar.„Warum heult er denn?“
Er hat wohl Urſache dazu, mein guter Mann,“ verſetzte der Aktuar. Schweres Leid iſt ihm wider⸗ fahren, welches, wie ich fürchte, auch Ench das Herz ſchwer machen wird!“
Mein Onkel mochte wohl errathen, was geſchehen war, denn er wurde ganz blaß und legte ſtill den Pfeifenſtummel auf die Seite.
„Meine Schweſter Elſe? Mein Schwager Grote⸗ fend?“ ſtammelte er.„Ich habe gehört, daß in Al⸗ tona das Nervenfieber wüthet. Sie werden doch nicht krank ſein?“
„Schlimmer, lieber Mann! ſchlimmer,« ſagte der Aktuar.„Es nützt nichts, ein Geheimniß daraus zu machen, daß alle Beide ſeli im Herrn entichlafen ſind.


