Druckschrift 
Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

Hans heiß' ich, Hans Grotefend, wie mein ſeliger Vater, gab ich ihm zur Antwort.Eine Verwandt⸗ ſchaft hütte ich wohl. Meiner ſeligen Mutter Bruder wohnt eine Stunde von hier, im Dorfe. Aber ich

weiß nicht, ob er mich aufnehmen würde.

Ei, er wird ſchon, wenn er ein menſchliches Herz

4 hat, verſetzte der Aktuar.Was iſt er denn? Wie

nennt er ſich?

Nun, ein Baumgütchen hat er, ſagte ich. Manchmal, als meine Aeltern noch lebten, kam er her und beſuchte uns, brachte auch dann und wann einen Scheffel Korn oder Kartoffeln, oder ein paar junge Tauben und Hühner mit. Zu mir ſagte er immerKnirps, und ich redete ihnOnkel Beuthger an, Beuthge ſo heißt er.

Was du da ſagſt! rief der Aktuar ganz erfreut aus.Wenn mich nicht Alles täuſcht, ſo iſt dir ja gleich geholfen durch deinen Onkel Beuthge! Er muß doch wohl ein guter Mann ſein, da er deinen Aeltern Geflügel, Korn und Kartoffeln geſchenkt hat, und wohl auch ein wohlhabender Mann. Hat er denn deine Aeltern nicht beſucht, während ſie krank lagen?

Nein, Herr Aktuar, er iſt ſchow lange nicht dage⸗ weſen, erwiederte ich.Wie ſollte er's denn wiſſen, daß ſie krank waren?

Ei, man hätte es ihn wiſſen laſſen ſollen!

Aber wie denn? Ich konnte doch meine armen Aeltern nicht allein laſſen⸗ Wer hätte ſie denn ſong pflegen, und ihnen die Arznei geben ſollen? 3

Der Aktuar nickte. Er mochte wohl denken, daß er einem Kinde von ſechs Jahren keine große Un. ſicht und Ueberlegung zutrauen und zumnthen dürfe.