2
der Scheide, deſſen Klinge er in die durchſichtige Wand des
Innern der Nüſtern des Pferdes ſtieß.
Das Blut ſpritzte; trotz der Anſtrengungen ſeines Herrn, es zu halten, bäumte ſich das Thier, indem es das in der Wunde gebliebene Meſſer mit in die Luft nahm, und ſank wie⸗ der auf ſeine Füße zurück. Kaum berührten ſeine Vorderhufe den Boden, als der Maulthiertreiber, indem er die blutige Spitze des Meſſers ergriff, es mit Gewalt bei der Klinge zog, und den Stiel nachzog. Die Luft ſchien in die Nüſtern des Pferdes durch die gähnende Oeffnung zu dringen, welche darin gemacht worden war.
4»Jetzt,“ ſagte er,„wird Ihr Pferd wenigſtens eine halbe
Stunde noch aushalten! Wenn Sie überhaupt gerettet werden
können, ſo werden Sie es ſein.“
„Ihren Namen?“« rief Don Rafael aus, indem er dem Maulthiertreiber die Hand reichte,„Ihren Namen, damit ich ihn niemals vergeſſe!“
»Valerio Trujano, ein armer Arriero, der große Mühe hat, ſeinen Geſchäften Ehre zu machen, aber der ſich damit tröſtet, ſeine Pflicht zu erfüllen und ſich für das Uebrige auf Gott verläßt. Meine Pflicht war, Sie hier nicht aus Man⸗ gel eines Rathes oder eines Beiſtandes umkommen zu laſſen,“
fügte er einfach hinzu.„Jetzt möge der Wille des Allerhöch⸗ ſten geprieſen ſein, unſer Leben ſteht in ſeinen Händen; beten wir jeden Falles, daß er von ſeinen Dienern die ſchrecklichſte
Defahr entfernt, die ſte jemals gelaufen ſind.“
Indem er dieſe letzten Worte mit einer entſetzlichen Feier⸗ lichkeit ſagte, kniete Trujano auf dem Sande nieder, nahm ſei⸗ nen Hut ab, der einen Wald von kräftig gelockten ſchwarzen
Haaren ſehen ließ; hierauf, indem er die Augen gen Himmel
erhob, ſprach er mit einer Stimme, deren männliche Töne bis


