340
von Leinwand und Halbſtiefel von Ziegenfell an ſeinen bloßen Füßen. Er war klein von Geſtalt, und trotz der ſchrecklichen Feierlichkeit des Augenblickes leuchtete eine große Ruhe auf ſei⸗ ner Stirn.. Don Rafael ſah ihm zu, ohne ihn zu unterbrechen, aber
mit einem Gefühle unendlicher Dankbarkeit. Als der Maul⸗ thiertreiber glaubte, das Pferd genug gerieben zu haben, um
ihm eine augenblickliche Elaſticität wiederzugeben, ſagte er:
»Das Thier hat Kraft, und es iſt noch nicht verfangen,
denn es läßt ſich kein Pulsſchlag oben an dem Halſe fühlen, obgleich die Nüſtern und die Weichen eine gleichzeitige Bewe⸗ g aben. Es handelt ſich alſo nur darum, ſeinem Athem⸗
er weiteren Weg zu öffnen. Kommen Sie, mir bei
zelfen, was ich Ihnen ſagen werde, und eilen wir uns, denn Unglück verkündendes Getöſe grollt dort in der Ferne, und die Sturmglocke läutet mit verdoppelten Schlägen.“ 3 Das war nur zu wahr, und der Abendwind überbrachte mit ſeltſamem Getöſe das eilige Läuten der fernen Glocke, Vor⸗ boten des Trauergeläutes, um allen denen zu ſagen, welche in 6 der Gegend herumirrten, ſich zu eilen, während dem es noch 1
Zeit dazu wäre.
»Verbinden Sie die Augen des Pferdes mit Ihrem Ta⸗ ſchentuche,“ fuhr der Maulthiertreiber fort. 3 Und während der Dragoner ſich zu gehorchen beeilte, zog
er aus der Taſche ſeines ledernen Schurzes eine Schnur, mit
der er die Naſe des Thieres gerade unter den Nüſtern feſt um⸗ wickelte.
„»Halten Sie dieſ Schnur aus allen Ihren Kräften,“


