Der Reiſende zählte voll Bangigkeit die Minuten, welche verfloſſen, als plötzlich das Echo ihm den Hufſchlag eines an⸗ deren Reiters zutrug, der dieſelbe Straße befolgte und dieſelbe Gefahr lief, wie er. Er wandte ſich um; ein Mann ſprengte auf einem kräftigen Brandfuchſe herbei, der den Raum vor ſich zu verſchlingen ſchien.
In einem Nu hatte ihn der Reiter eingeholt, und indem er plötzlich die Eile ſeines Pferdes hemmte, rief er aus:
»Was machen Sie? Hören Sie nicht die Alarmglocke? Wiſſen Sie nicht, daß die Gewäſſer die Ebene überſchwemmen werden?“
»„Ich weiß es,“ antwortete der Offizier;„aber der Athem fehlt meinem Pferde, und ich warte...«
Der Unbekannte warf einen flüchtigen Blick auf de braune Pferd Don Rafaels, und ſprang auf den Boden
„Halten Sie mein Pferd,“ ſagte er zu dem Offizier, in⸗ dem er ihm ſeinen Zügel zuwarf; indem er ſich hierauf dem des Dragoners näherte, lüftete er den Sattel und drückte die Hand auf die Seiten des Thieres, um das Klopfen ſeiner Lun⸗ gen zu fühlen.„Gut!“ fügte er hierauf wie ein Arzt hinzu, der mit dem Pulſe ſeines Kranken zufrieden iſt.
Nun raffte er einen Kieſel von der Größe einer Fauſt auf, und begann kräftig und abwechſelnd die Bruſt und die dampfen⸗ den Beine von Don Rafaels Pferde zu reiben.
Währenb dieſer Zeit betrachtete dieſer neugierig den Un⸗ bekannten, der, mit ſo vieler Großmuth und Sorgfalt angehal⸗ ten, um das Pferd eines Reiſenden zu verpflegen, ihm gänzlich fremd war. Der Neuangekommene trug das Koſtüm der Maul⸗ thiertreiber: einen Hut von dem gröbſten Filz, eine Art von Kittel von grauer Wolle mit ſchwarzen Streifen, über den ein
kurzer Schurz von dickem Leder gebunden war, weite Calzoneras
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