Unkenntlichkeit entſtellt, das Auge ſchier gebrochen, und die
räthſelhaften Unglücksboten mit ſtarren Augen, und mußte ſich zitternd an meinem Arme halten.
„Beſinne dich endlich, Freund!“ redete ich ihm zu— „Wer iſt deine Anaconda, daß du uns damit ſo ſchreckſt? Wir haben ja nichts erblickt, als einen Baumzweig zwiſchen den Palmen, der ſich wunderlich hin und her bewegt.“ 2 4
„Gott erbarme ſich!« ſchluchzte er—„Was du für einen Zweig hältſt, Herr, iſt eine Schlange— Wir nennen ſie Ana⸗ 8 conda, und ihre Art iſt die ungeheuerſte und raubgierigſte auf der Inſel. So, wie du ſie geſehen haſt, ſpielt ſie zwiſchen den Aeſten— ſo ringelt und beluſtigt ſie ſich in tauſend Win⸗ dungen, wenn ſie auf die Erde niederſchießen will, ihre Beute⸗ zu erhaſchen.— O, mein armer Herr! Er kann ihr nicht ente gehen! Es iſt gethan um ſein Leben!“.
Die Hälfte dieſer Jammertöne ſchon hätte hingereicht, die unglückliche Eliſa zur Verzweiflung zu bringen. Ihre Züge zur
Hände in einen unauflöslichen Knoten gerungen, rief ſie mit 4 einem Tone, ſo hohl und gepreßt, daß er uns das Herz durch⸗ ſchnitt:„O, du Guter! O, du Unglücklicher!— Freunde, helft mir ihn retten! Verlaßt... o, verlaßt ihn nicht!“
Allein für dieſen Augenblick war der zu Boden geworfe⸗ nen Gattin unſer Beiſtand nicht minder nothwendig, als ihm, um den ihr Herz weinte. Meine Unentſchloſſenheit, wo und wie ich zuerſt helfen ſollte, läßt keinen Ausdruck zu. Dort mein Freund in der dringendſten Todesgefahr, hier die Freun⸗ din, das rathloſe Weib auf der grauſamſten Seelenfolter, und in meinen Armen mit einer Ohnmacht ringend, der ſie endlich nach der erſchöpfendſten Anſtrengung doch unterlag. Ich ſchri zuerſt um Hülfe für die Sterbende; Saheb rannte for


