Noch begriff ich nicht, was dieſe ſo ſchleunige Verwand⸗ lung bei einem Manne hervorzubringen vermochte, den ich ſonſt als verſtandig und entſchloſſen kannte. Gleichwohl fehlte nicht viel, daß ich bei ſeinem ſo heftigen Erſchrecken nicht auch meine eigene Faſſung verlor. Indeß ſprang ich doch zu, und griff ihn in meinen Armen auf, bevor er erſchöpft zu Boden ſank. 1 8»Um des Himmels willen, Alter! was ſicht dich an? Was
iſt's mit deiner Anaconda? Was gibt es hier zu wehklagen?“ feaagte ich.
Er verſuchte zu reden, aber ehe der ſtammelnde Mund ſeine Antwort hervorbringen konnte, kam bereits Eliſa, im über⸗ geworfenen leichten Morgenkleide, gegen uns her durch die Zimmer, und bot mir den Arm zum verabredeten Spaziergang. Der alte Diener raffte ſich zuſammen, warf ſich ihr knieend und ſchluchzend in den Weg, und beſchwor ſie mit Thränen in den Augen, jeden ſolchen Gedanken aufzugeben.„Der erſte Tritt über dieſe Schwelle“— rief er aus—„wäre unver⸗ meidlicher Tod! Jede Thüre muß verriegelt, jeder Fenſterladen geſchloſſen bleiben! Das Haus muß eine Todtenhöhle ſcheinen, wo nichts Lebendiges mehr athmet!«— Zu gleicher Zeit auch warf er mit Haſt die Thürflügel zu, durch welche wir nach dem Hügel geblickt hatten.
Eliſa ſah verwundert und mit großen Augen ſein ſeltſa⸗ mes Beginnen an.„Was wollen dieſe Schreckensworte und dieſe Thränen ſagen, Saheb?“ fragte ſie ihn—„Und warum
ſperrſt du uns den Weg zu deinem Herrn?«
u...?— Allmächtiger Gott— Mein Herr!— Er iſt oben!— Er iſt verloren! Er iſt nicht zu retten!«
„Verloren, Alter?— Was ſprichſt du? Was fürchteſt — Ja, jetzt erſchreck' ich im Ernſt!«— Sie maß den


