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Aus allen Welttheilen : Scenen und Bilder zur Unterhaltung und Belehrung für die reifere Jugend / hrsg. von Franz Hoffmann
Entstehung
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Ich lehnte mich unter der Zeit an den Thürflügel einer Pforte, wo ich der Ausſicht auf die Anhöhe und den Pavillon genoß, die von hier aus mit ihrem ſchönen, luftig emporgetra⸗ genen Kranz von Kokospalmen das Auge unwillkürlich an ſich zogen. Indem das meinige wohlgefällig auf den ſchirmförmi⸗ gen Wipfeln ruhte, glaubte ich an einem derſelben einen Aus⸗ wuchs wahrzunehmen, der mir dem gewöhnlichen Wuchſe dieſer ſonſt ſo regelmäßig emporſtrebenden Säulen des Himmels durch⸗ aus fremd ſchien; denn was ich ſah, glich zunächſt einem ſtar⸗ ken Zweige, der in einem fortgeſetzten Schwanken blieb, ob⸗ gleich das linde Wehen des Seewindes ſo wenig merklich war, daß es kaum das Laub der benachbarten Bäume bewegte. Auch däuchte mir dieſe ſſtete Erſchütterung mehr die Wirkung einer eigenen Willkür, als eines Windſtoßes zu ſein, da dieſes Phä⸗

nomen ſich bald hierhin, bald dorthin wandte; jetzt ſich verlän⸗

gerte, dann verkürzte; das Einemal ſich tief gegen den Boden neigte, und im nächſten Augenblick wieder unter den übrigen Zweigen verſchwand. Ich ſtellte allerlei Betrachtungen an, mir dieß Wunder auf eine befriedigende Art zu deuten: doch was mir mein Gedächtniß oder meine Einbildungskraft auch immer zuführte, blieb unzureichend, meine angeregte Neugier zu ſtillen.

In dieſem Augenblicke trat Saheb zu mir heran, mit einigen ſchnell bereiteten Erfriſchungen in den Händen. Ich

wies auf jene Erſcheinung hin, und fragte: ob er mir vielleicht

näheren Aufſchluß darüber zu geben wüßte? Spgleich rich⸗ tete er ſeine Blicke gegen die Palmen, aber kaum hatte er das Wunder ſcharf in's Auge gefaßt, ſo fiel ihm, unter den Aeuße⸗ rungen des gräßlichſten Entſetzens, das Trinkgefäß aus den

Händen; Todtenbläſſe überzog ſein Antlitz; er taumelt kraftlo⸗

zurück, und lallte:Die Anaconda! Das iſt die Wir ſind verloren!«