leinn ſeltenes Wiſſen im vollſten Verſtande des Worts zu ſein
verdiente. Schon die Bande der Landsmannſchaft— doppelt mäch⸗ tig in einer ſo—— zogen uns magnetiſch an ein⸗
ander; denn Klipphoff war, gleich mir, dem Boden zwiſchen
Elbe und Weſer entſproſſen, und durch die ſeltſamſte Verket⸗
tung von Zufällen in dieſe fremde Welt hinausgeſchleudert, wo ſein guter Stern zu einiger Entſchädigung ihm vergönnt hatte, auf Wegen des Rechts und der Chre mit einem rühmlichen
Poſten und einem bedeutenden Vermögen zuſammen zu treffen. Beide konnten keinen würdigeren Beſitzer finden, denn ſchwer⸗ lich würden beide einen weiſeren und menſchenfreundlicheren ge⸗ funden haben. Allein glücklich ward er auf jenen glühen⸗ den Gefilden doch erſt durch eine höhere Himmelsgabe, dis kein blinder Zufall ihm entgegenwerfen konnte, ſondern die 5 der Werth ſeines Herzens ſich verdienen mußte— durh Gattin, diß Adel und Anmuth in einem ſeltenen Grade vereen nigte. So hatte das Glück dieſem würdigen Paare Alles ver. liehen— Alles bis auf die einzige Freude, ſich von holden Kindern umringt zu ſehen.„Es iſt wohl gut ſo!“ ſagte mein Freund, wenn ich ihn darum bedauerte—„Ich wäre ſeliger, als einem Menſchenſohn gebührt, wenn der Himmel mir auch noch die Freuden des Vaters gewährte.“
Sehr bald verſtanden ſich unſere Herzen bis in jede Falte; und je richtiger ich das Verdienſt des edlen Paares würdigen lernte, je ſchönere Züge es mir mit jedem Tage abſichtslos aufdeckte, deſto unaufhaltſamer fühlte ich mich gedrungen, ihnen nahe zu ſtehen, und mich ihnen innigſt anzuſchließen. Nicht bloß
ein äußerer Freund des Hauſes, ſondern ein wirkliches Mit⸗ glied deſſelben, brachte ich Stunden und Tage im Schooß die⸗ ſer achtenswerthen Familie zu, wo Sitteneinfalt mit Geiſtes⸗


