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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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erkannten Karl, jauchzten ihm zu, ſprangen an's Land und drückten ihn in ihre Arme.

»Freue dich, Karl! riefen mehrere Stimmen.Dein Beſchützer iſt nicht todt! Er lebt! Er iſt da! Die Anſiedlung am Strande iſt wieder Euer!«

Karl erlag faſt dem mächtigen Eindrucke dieſer freu⸗ digen Nachrichten. Doch wollte er nichts weiter hören. Genug, genug, meine theuren Freunde!« rief er. »Meine Mutter muß dieß Alles zuerſt vernehmen. Folgt mir zu ihr!«

Man jubelte ihm Beifall zu, und in frohem Triumphe zog man zu der Hütte Rudolphs. Bei ihrer Annähe⸗ rung bellten die Hunde, Rudolph öffnete das Fenſter, vernahm einen Theil der frohen Kunde und weckte raſch Suſanne, Iſabelle, Julie und Andreas, die in zitternder Haſt die Kleider überwarfen und herbei eil⸗ ten. Mit neuem Jubel wurden ſie empfangen, und es dauerte eine Weile, bis ſich endlich Alle ſo weit be⸗ ruhigten, um Vater Emanuel, den wackeren Mann, der die ganze Familie bei ſich hatte aufnehmen wollen, zu Worte kommen zu laſſen.

»Meine lieben, guten Freunde, ſagte er, als end⸗ lich Stille eingetreten war,Eure Anſiedlung iſt Euch zurückgegeben! Nicht unſer braver Nachbar iſt geſtor⸗ ben, wie die Zeitungen meldeten, ſondern ein ande⸗ rer Mann, welcher denſelben Namen führte. Daher die Verwechſelung. Euer Beſchützer iſt dieſen Mor⸗ gen angekommen, und ſein Erſtes war, daß er den Intendanten von ſeiner Schwelle jagte. Ihr werdet ihn nicht mehr ſehen, aber leider auch Eure Hütte nicht, denn der Elende hat ſie am Abend Eurer Abreiſe verbrannt. Jedoch, tröſtet Euch! Herr Meißner, der