S dein Erwachen nicht nur um ſo ſchmerzlicher
ein?——
Aber ſeltſam— die Worte des Geſanges ver⸗ nahm Karl ganz deutlich, und ſie erklangen immer ſtär⸗ ker und verſtändlicher.
„Ich träume!« murmelte er; und grade jetzt hörte der. Geſang auf, und ein fröhliches Lachen folgte.
Unwillkührlich lachte Karl noch halb im Schlafe mit, und flüſterte einige verwirrte Worte. Aber auch das Lachen verſtummte, man vernahm ein Durchein⸗ ander verſchiedener Stimmen, und plötzlich tönte durch die Stille der Nachtälder laute Ruf:„Karl, Karl! Wo biſt du?
Halb erwacht, erhob der Schlummernde den Kopf.
„Karl! Karl!« ſchallte es von Neuem, das Echo weckend.
Man ruft mich, das iſt ſicher!“ ſagte Karl und ſprang auf.
Seinen Augen nicht trauend, erblickte er auf dem See deutlich zwei, drei Kähne, die ſtet dem Ufer zu⸗ ſteuerten, erkannte ſogar eben ſo deutlich die Stimme ſeiner Nachbarn, und konnte ſich doch nicht von der Wirklichkeit ihrer Gegenwart überzeugen.
„Gute Nachrichten, Karl! Gute Nachrichten vom Strande!“ erſchallte es wieder.
„Aber ich träume noch!« murmelte Karl.„Wie
traurig, daß ich ſelbſt in der Nacht keine Ruhe finden kann.“
Indeß näherte er ſich doch unwillkührlich dem Ufer, und nun endlich mußten bald alle ſeine Zweifel ver⸗
ſchwinden. Der Traum höͤrte auf, aber die Wirklich⸗
keit war nicht minder ſchön. Die Nachbarn legten an,
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