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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Sechsunddreißigſtes Kapitel.

Ueberraſchungen. a

Karl war keineswegs böſe darüber, daßver eine Zeitlang allein bleiben und ſeinen Gedanken nachhän⸗ gen konnte. Seine jetzige Lage erte ihn lebhaft an die Zeit, wo er am jenſei ide ſeine erſten Pläne entworfen hatte. Er agamt Eingange der Grotte auf einem Bündel Heu, und überblickte von hier aus den See, die Berge und das Ufer, das Alles von den ſilbernen Strahlen des Mondes überglänzt wurde.

Seine Gedanken waren zugleich traurig und erhe⸗ bend. Er überdachte die fruchtloſen Mühen und Kämpfe der vergangenen Jahre, erhob aber zugleich ſeine Seele zum Höchſten und betete um Kraft, nach wie vor un⸗ verdroſſen für ſeine Familie arbeiten zu können. Unter ſolchen Gefühlen und Empfindungen beſchlich ihn der Schlaf, und er gab ſich ihm widerſtandslos hin, da er den Strand ganz leer ſah, und ſich im Uebrigen auf Gottes Schutz verließ. Zwiſchen Schlaf und Wachen gaukelten noch allerlei liebliche Phantaſteen um ihn her. Er ſah ſich in einem ſchönen, ſteinernen Hauſe, von einem hübſchen Garten und von Ställen umgeben, in denen es von Kühen, Schafen, Ziegen und Geflügel wimmelte. Das Haus lag druͤben am alten Strande er ſah ſeine Nachbarn und ihre Kähne auf dem See er hörte ihren Geſang Alles war Freude und Lieblichkeit...! Armer Karl, welche ſüßen Träͤume!

Die Anſiedler. 8