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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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heimlich ausgeflogen. Man glaubte, Rudolph habe ſeine Flucht begünſtigt, und in Folge deſſen nahm man ihn ſelbſt und ſeinen Sohn gefangen.

Die armen Bodry's, unbekannt mit dieſen Vor⸗ gängen, fuhren mit den Arbeiten ihres Auszugs fort. Am Abend hatten ſie ſich nothdürftig in der Grotte ein⸗ gerichtet, aber die Kinder waren außer ſich, ihrer Mut⸗ ter kein beſſeres Obdach bieten zu können.

Wir führen ein wahres Zigeunerleben! ſagte Andreas unmuthig.

Aber ich fange bereits an, mich daran zu gewöh⸗ nen, erwiederte Suſanne lächelnd.

Trotz dieſer Verſicherung thaten die beiden Brüder alles Mögliche, ihren Zufluchtsort einigermaßen wohn⸗ lich zu machen. Am Eingange häuften ſie Heu auf, und ließen nur einen engen Durchgang, den man ſpä⸗ ter leicht ſchließen konnte. Auf den Boden ſtreuten ſie Stroh aus. Zum Glück zeigte die Grotte keine Spur von Feuchtigkeit, was den Aufenthalt darin etwas er⸗ träglicher machte.

Am Ende iſt er eben ſo gut, als die Hütte, die wir verlaſſen mußten, ſagte die Mutter,und dieß⸗ mal iſt es Andreas, dem wir dafür zu danken haben.

Wir gleichen eher den armen, frommen Einſiedlern der

Vorzeit, als Zigeunern, wie Ihr behauptet. Darum tröſtet Euch, Kinder! Wen der Herr lieb hat, den züchtiget er! Und wenn wir Seine Prüfung getroſt ertragen, ſo wird er uns auch wieder beiſtehen in un⸗ ſeren Nöthen. Denn man ſage, was man will: auch in dieſer Welt ſchon, behaupte ich, wird die Tugend belohnt und das Laſter beſtraft!

Die Mutter machte dieſe tröſtlichen Bemerkungen

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