Dieß, der Andere Jenes thun, Alle wollten graben, hacken, ſäen, pflanzen, ärndten! Ihre lebendige Ein⸗ bildungskraft ſchuf im Nu eine Welt von Wundern, und ſie machten einen Lärm, einen Wirwarr, bei dem man ſich für's erſte gar nicht verſtändigen konnte. Die Mutter allein bewahrte ihre Ruhe.
„Du ſiehſt wohl, Karl,“ ſagte ſie,„was für eine Aufregung du unter unſeren Kleinen hervorgebracht haſt! Aber obwohl ihnen dein Plan gefällt, ſo iſt er doch gewiß nicht ernſtlich gemeint! Du haſt nicht alle Schwierigkeiten erwogen, die ſeiner Ausführung entgegenſtehen.“
»Das iſt wohl möglich, Mütterchen,“ erwiederte Karl.„Dennoch bitte ich dich, entmuthige mich nicht! Die Kleinen machen ſich freilich eine übertriebene Vor⸗ ſtellung von meinem Unternehmen; aber bei alledem darfſt du nicht an ſeiner Ausführung zweifeln. Laß mich nur erſt unſere Hütte bauen, dann wirſt du ja ſehen, wie ſie dir gefällt. Wenn wir zunächſt nur ein Obdach haben, ſo ſehe ich im Geiſte ſchon noch viele andere Hülfsquellen ſich uns eröffnen, durch deren Be⸗ nutzung wir nach und nach unſere Lage verbeſſern werden!“
»Nun denn, mein Kind,“ ſagte die Mutter endlich nach einigem Ueberlegen,—„ich ſehe wohl, daß ich mich deinem Willen fügen muß, und ich geſtehe, daß ich es mit Vergnügen thue. Dein Vertrauen auf Gott rührt mich, und ich will dir gerade in dieſem Punkte nicht nachſtehen. Wenn ich anfänglich einen Augen⸗ blick zögerte ſo geſchah es, weil ich an die großen Mü⸗ hen und Sorgen dachte, welche die Ausführung deines Planes uns Allen aufbürdet. Aber ſie verſchwinden


