Druckschrift 
Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

bequem und wohnlich einrichten können, ſo daß wir ganz zufrieden, und durch Zufriedenheit glücklich ſind.« So würde ich ſprechen, und das Glück würde gewiß in unſere kleine Hutte mit einkehren, denn es hat wohl ſchon Mancher noch ſchlechter gewohnt, als unter einem niedrigen Schilfdache!« 1

Dieſer Gedanke beſchäftigte Karl, und je länger er ſich das Bild, das ihm vorſchwebte, ausmalte, deſto lebhafter klopfte ſein Herz. Er ſprang endlich auf, ging am Ufer hin und her, beſichtigte die angenehme Lage des Ortes, und faßte beſonders die nächſte Umgebung des Fluß⸗Ufers in's Auge. Hier bemerkte er, daß das Waſſer an mehreren Stellen die Erde mit fortgeriſſen hatte.

»Wie ſchade!« rief er laut aus, indem er dieſe traurige Verwüſtung betrachtete.Das ſollte doch nicht zugelaſſen werden!

Du haſt wohl recht, mein Sohn,« ſagte plötzlich eine fremde Stimme, und der weiße Kopf eines Grei⸗ ſes wurde durch ein Hollunder⸗Gebüſch ſichtbar.Du haſt wohl recht, aber was ſoll ich machen? Meh⸗ rere Jahre hindurch war ich abweſend, und meine Diener, während ſie der Ruhe pflegten, haben indeß den Fluß nach Gefallen und Laune arbeiten laſſen.

Karl hatte ſich mittlerweile von der erſten Beſtür⸗

zung der Ueberraſchung erholt, und die wohlwol⸗ lende, freundliche Miene des alten Mannes flößte ihm Muth ein.

.»Ach, lieber Herr,« ſagte er,die Erde, die man hier ſo leichtſinnig verloren gehen läßt, könnte, wenn ſie recht benutzt würde, das Glück einer ganzen Familie begründen!

1