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aber ich muß es thun, da ich nicht weiß, was wir
Anderes beginnen ſollten. Unſere Miethe muß bezahlt werden, und dabei kann ich nicht ſagen, wo wir in der Zukunft ein Obdach finden ſollen. Bei allem Fleiße, und wenn ich mein Spinnrad auch fünfzehn Stunden jeden Tag drehen würde, kann ich nicht ſo viel erwer⸗ ben, um unſere nothwendigſten Bedürfniſſe zu beſtrei⸗ ten, und leider iſt meine Geſundheit ſo ſchwach, meine Kräfte ſind ſo gering, daß ich keinen anderen, beſſer lohnenden Erwerbszweig zu ergreifen vermag.„Geh' denn alſo, mein Kind! Obwohl mit ſchwerem Herzen nehme ich doch dein Anerbieten an, und ſegne dich für deinen guten Willen, den deine Geſchwiſter einſt noch beſſer, als ich, anerkennen werden.“
Nach einer herzlichen Umarmung trennten ſie ſich. Karl ſuchte ſeine beſten Kleider hervor, und begab ſich in die Stadt, um ſich nach dem Dienſte umzuſehen. Aber ſein guter Wille ſollte nicht von eben ſo gutem Erfolge gekrönt werden: die nachgeſuchte Stelle war bereits vergeben.
Als er, in trübe Gedanken verloren, nach ſeiner Heimath zurückkehrte, ging er von der Landſtraße, die ſich immer am Ufer des See's entlang zieht, und an einigen Punkten ihm ganz nahe kommt, eine kurze Strecke weit ab, und näherte ſich einem kleinen Gehölz am Strande, in deſſen Schatten er eine Weile ruhen, und über ſeine ferneren Schritte nachdenken wollte.
Es war im Frühlinge; das weite Thal mit ſeinem breiten, blauen Waſſerſpiegel ſtrahlte im herrlichſten Glanze. Karl betrachtete abwechſelnd den See, die ho⸗ hen, ſchroffen Hörner und Kuppen der Alpen, und die reizenden Landhäuſer, die hie und da, zum Theil in


