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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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fleißigen Hände beobachtete, die nimmer ruheten und ſtetig beſchäftigt waren, zu ſtricken oder Hanf und Flachs zu ſpinnen, da ſagte ich immer zu mir ſelbſt: Nur Geduld, eines Tages werde ich ihr helfen und ſie tröſten, eines Tages werde ich ihre Stütze ſein, und dann will ich, daß ſie mich mit ihrem Herzen ſegne,

und ſich ſelber ſagen könne:es gibt keine zäértlicher geliebte Mutter auf der Welt, als ich!« So dachte

ich, und ſtehe, Mutter, die Zeit iſt gekommen! Die gute Frau Suſanne war tief gerührt; die hel⸗ len Thränen floſſen über ihre bleichen Wangen; Karl ſchloß ſie in ſeine Arme, und fühlte ſich ſelbſt ſo tief ergriffen, daß er ſeine Rede nicht ſogleich beendigen konnte. Erſt nach einer Weile fügte er hinzu: Ruhig, Mütterchen, ruhig! Es iſt ja nichts Bö⸗ ſes, was ich dir mitzutheilen wunſche. Ich habe er⸗ fahren, daß eine reiche Familie in der Stadt einen Diener ſucht, der noch nicht in irgend einem Dienſte geweſen zu ſein braucht, wenn er nur gelehrig iſt und gute Sitten hat. Da möchte ich dich nun fragen, ob ich mich um die Stelle bewerben darf? Freilich ver⸗ laſſe ich dich nur mit Betrübniß und Bedauern, Müt⸗ terchen, aber mein Troſt iſt, daß ich dort zu deinem

Lebensunterhalte beitragen, und ſpäter wohl auch mei⸗

nen Geſchwiſtern dienlich ſein, und ihnen gute Stellen verſchaffen kann!«

Die arme Mutter ſchüttelt traurig den Kopf.

»Es muß alſo geſchehen, dir ſollen von einander getrennt und zerſtreut werden!« ſagte ſie.Dieß iſt ein trauriges Schickſal, obwohl ihm ſo manche arme Familie nicht entgehen kann. Sei es denn! Nicht ohne lebhaften Schmerz willige ich in unſere Trennung ein,