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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Oh, meine Lieben, ſagte er voll Demuth und

bitterer Reue, Ihr verliert nicht viel an mir, und wer⸗ det mich bald vergeſſen haben! Aber glaubt mir, wenn Gott in der Fülle ſeiner Gnade mir geſtattet hätte, länger unter Euch zu verweilen, ſo würde ich ein an⸗ 1 deres, beſſeres Leben begonnen haben! Doch es ſoll nicht ſein! So beklagt mich denn, und betet für mich um Barmherzigkeit!« Mit dieſen Worten ſtarb er, und alles Böſe, was er während ſeines Lebens gethan hatte, wurde ver⸗ geſſen. Seine Frau und Kinder erinnerten ſich nur an das Gute, das er hatte thun wollen, und Thränen be⸗ träufelten ſein Grab. Aber konnten dieſe Thränen ihn rein waſchen von ſeiner Sünde? Oh nein! Ge⸗ wiß, der iſt ein unglücklicher Vater, der ſeine Pflichten erſt in den letzten Augenblicken ſeines Lebens erkennt, und der Nachſicht und der Verzeihung bedarf, um das Bedauern der Seinigen zu erlangen!

Zweites Kapitel. Karl entwirft pläne.

Einige Tage nach dem Begräbniſſe des Vaters ſuchte Karl ſeine Mutter auf, und ſchmiegte ſich zärt⸗ lich an ihre Seite.

»Meine liebe, liebe Mutter, ſagte er,ich habe in dieſen Tagen viel nachgedacht, und ich glaube, die