verei dieſer ſchändlichen Angewöhnung. Mit der Ar⸗ beit war es nun vorbei. Er vergeudete ſeine Tage in Faulheit und Liederlichkeit, und als das baare Geld zu mangeln anfing, verkaufte er nach und nach Alles, was er beſaß, um nur ſeine ſchmachvollen und entehrenden Begierden befriedigen zu können. Vergeblich flehte ihn ſeine vortreffliche Frau an, die Bahn des Laſters zu verlaſſen, und auf den graden Weg der Rechtſchaffen⸗ heit zurückzukehren. Thomas verſchloß ihren Bitten wie ihren Warnungen und Vorſtellungen hartnäckig das Ohr, und die natürlichen Folgen davon konnten nicht ausbleiben. Der Unglückliche war im Beſitze eines hübſchen, kleinen Hauſes und mehrerer Morgen guten Ackers geweſen; als er aber ſtarb, blieb ſeiner be⸗ klagenswerthen Wittwe nichts übrig, als einige alte Kleidungsſtuͤcke und etwas ziemlich werthloſes Haus⸗ geräth.
Unter ſo bewandten Umſtänden konnte der Tod eines ſo ſchlechten Haushalters beinahe als ein Glück für ſeine Familie betrachtet werden; gleichwohl wurde Thomas Bodry nicht ohne Thränen der Betrübniß zur Erde beſtattet, denn er hinterließ eine wahrhaft gute und fromme Frau, und eben ſo gute und fromme Kin⸗ der. Außerdem hatte er in ſeinen letzten Lebensſtunden eine tiefe und, allem Anſchein nach, aufrichtige Reue gezeigt, hatte ſeine Frau mit zerknirſchtem Herzen um Verzeihung gebeten, und ſeinen Kindern Troſt einzu⸗ ſprechen geſucht. Sein Gewiſſen war erwacht, und er ſchauderte vor ſich ſelbſt, indem er auf ſeine Vergan⸗ genheit zurückblickte, welche viele Dornen und Diſteln
eigte, ohne eine einzige Frucht für Die hervorgebracht zu
haben, welche jetzt weinend ſein Sterbelager umſtanden.


