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Die Ansiedler am Strande : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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würde, wenn man nur ſorgſam alle Hülfsquellen be⸗ nutzen wollte, welche die ſtets allgütige Vorſehung ſo⸗ gar den ärmſten, und ſcheinbar von allen Hulfsmitteln entblößten Menſchen freigebig darbietet.

5 Unſere einfache Erzählung wird einen Beweis davon geben.

Frau Suſanne Bodry wurde Wittwe, nachdem ſie achtzehn Jahre verheirathet geweſen war. Die kleine Familie, welche ihr Mann ihr hinterlaſſen, beſtand aus vier Kindern. Das älteſte von ihnen hieß Karl, und

hatte bei dem Tode des Vaters eben ſein ſiebzehntes

Jahr zurückgelegt. Er war ein hübſcher, geſunder

Knabe, und für ſein Alter ziemlich groß und ſtark.

Seine in der Reihe ihm zunächſtfolgende Schweſter Iſabelle war dreizehn Jahr alt; und dann kamen Andreas und Julie, die elf Jahre zählten. Sie waren Zwil⸗ linge.

hatte ſich nicht immer in ſchlechten Verhältniſſen befun⸗ den, denn ſeine Eltern hatten ihm nach ihrem Tode eine kleine Erbſchaft, die Frucht von vierzigjährigen Ar⸗ beiten und Erſparniſſen, hinterlaſſen. Leider verſtand es Bodry nicht, dieſen kleinen Reichthum zuſammen zu halten, und er ſollte ſehr ſchnell die bekannte Erfahrung machen, daß ſowohl ein geringes, wie ein großes Ver⸗ mögen durch Leichtſinn und ſchlechte Gewohnheiten ver⸗

ſchleudert und durchgebracht werden kann. Thomas

Bodry galt mit Recht für einen ziemlich guten Arbei⸗ ter, ſo lange er nichts als ſeine geſunden, kräftigen Arme und ſeinen Fleiß beſaß. Aber, im Beſitze der kleinen Erbſchaft ſeiner Eltern, gab er ſich dem Laſter der Trunkenheit hin, und gerieth völlig in die Skla⸗

Thomas Bodry, der Vater unſerer armen Waiſen,