Teil eines Werkes 
[2. Th.] (1831)
Entstehung
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auf das bitterſte getäuſcht. DAndilly hatte ruhig alles angehört und erwiederte dann lächelnd mit Boileaus Worten:„Le vrai peut quelque fois m'etre pas vraisemblable.“— Er bewies der Scu⸗ deri, daß die auffallendſten Verdachtsgründe wider Brußon ſprächen, daß la Regnies Verfahren kei⸗ neswegs grauſam und übereilt zu nennen, vielmehr ganz geſetzlich ſey, ja daß er nicht anders handeln könne, ohne die Pflichten des Richters zu verletzen. Er, d' Andilly, ſelbſt getraue ſich nicht durch die geſchickteſte Vertheidigung Brußon von der Tortur zu retten. Nur Brußon ſelbſt könne das, eatweder durch aufrichtiges Geſtändniß, oder wenigſtens durch die genaueſte Erzählung der Umſtände bei dem Mor⸗ de Cardillacs, die dann vielleicht erſt zu neuen Aus⸗ mittelungen Anlaß geben würden.„So werfe ich

mich dem Könige zu Füßen und flehe um Gnade,“

ſprach die Scuderi ganz außer ſich mit von Thrä⸗ nen halberſtickter Stimme.„Thut das,“ rief d'An⸗ dilly,„um des Himmelswillen nicht, mein Fräu⸗ lein!— Spart Euch dieſes letzte Hülfsmittel auf, das, ſchlug es einmal fehl, Euch für immer verloren iſt. Der König wird nimmer einen Verbrecher der Art begnadigen, der bitterſte Vorwurf des gefähr⸗ deten Volks würde ihn treffen. Möglich iſt es, daß Brußon durch Entdeckung ſeines Geheimniſſes oder ſonſt Mittel findet, den wider ihn ſtreitenden Ver⸗ dacht aufzuheben. Dann iſt es Zeit, des Königs