Teil eines Werkes 
[2. Th.] (1831)
Entstehung
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richtshofe zu entreiſſen. Und doch ſtand es feſt in ihrer Seele, daß ſie kein Opfer ſcheuen müſſe, das himmelſchreiende Unrecht abzuwenden, das man zu begehen im Begriffe war.— Sie quälte ſich ab mit allerlei Entwürfen und Plänen, die bis an das Abentheuerliche ſtreiften, und die ſie eben ſo ſchnell verwarf als auffaßte. Immer mehr verſchwand je⸗ der Hoffnungsſchimmer, ſo daß ſie verzweifeln wollte. Aber Madelons unbedingtes, frommes, kindliches Vertrauen, die Berklärung, mit der ſie vom Ge⸗ liebten ſprach, der nun bald, freigeſprochen von je⸗ der Schuld, ſie als Gattin umarmen werde, richtete die Senderi in eben dem Grad wieder auf, als ſie davon bis tief ins Herz gerührt wurde.

Um nun endlich etwas zu thun, ſchrieb die Scu⸗ deri an la Reanie einen langen Brief, worin ſie ihm ſagte, daß Olivier Brußon ihr auf die glaubwür⸗ digſte Weiſe ſeine völlige Unſchuld an Cardillacs Tode dargethan habe, und daß nur der heldenmü⸗ thige Entſchluß, ein Geheimniß in das Grab zu nehmen, deſſen Enthüllung die Unſchuld und Tugend ſelbſt verderben würde, ihn zurückhalte, dem Gericht ein Geſtaͤndniß abzulegen, das ihn von dem ent⸗ ſetzlichen Verdacht nicht allein, daß er Cardillac erwordet, ſondern daß er auch zur Bande verruch⸗ ter Mörder gehöre, befreien müſſe. Alles was glü⸗ hender Eifer, was geiſtvolle Beredſamkeit vermag, hatte die Scuderi aufgeboten, la Regnies hartes