Druckschrift 
Treue siegt : eine Geschichte von der See / von Edmund Hoefer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

An der See. 211

trauen auf den da zu Kolitz geſchadet, ſo hab' ich mir hernach ſchier die Beine für dich abgelaufen und gezeugt für dich, wie ich's vermochte und wußte, der Herr Oberförſter kann's mir bezeugen

Und das, glaubſt du, ſei's, was dich von mir reißt? rief Detlef bitter dazwiſchen.Schau' auf die da, Menſch, und denke an das, was du ihr geſagt und gethan, da ſie in Gram und Jammer ſaß mit dem kranken Kinde, nach meiner Flucht, und keinen Freund ſah

Das iſt wahr, ſagte Caspar mit einer Art von fin⸗ ſterer Reſignation.Sünde iſt Sünde, und wer ſie thut, muß ſie büßen; und wie du an der gehandelt, ſchien mir das Schlimmſte, das ich von dir wußte. Daß es nun doch alles anders gekommen, fügte er mit dem gleichen Ausdruck hinzu,das hab' ich nicht ihr, nicht dir zugetraut. Ich muß ſagen wie du: das iſt, wie es iſt, ich kann nicht anders. Und ſo laß uns denn in Gottesnamen von einander gehn.

Da ſtand Chriſtine vor ihm, ihre Wangen glühten, die Schüchternheit, welche das Mädchen in der Gegenwart ſeines Herrn ſonſt verſtummen ließ, war von ihr gewichen. Sie ſtand feſt und ſicher, möchte man's heißen, und ſo klang es auch von ihren Lippen:Das darf nie geſchehen! Nimm ſeine Hand, Detlef, und halte ſie feſt, ſie iſt treu! Sieh's ein, Detlef! Was er mir geſagt und wie er ſich von mir gewendet, ich habe mir's damals alles ebenſo geſagt! Und wenn ich beſſer von dir dachte, ſo war's, weil ich dich eben lieber hatte und dich beſſer kannte als alle die Anderen!