An der See.
das ihn nach England führte, lag bereits auf der Rhede, und jeden Augenblick war das Boot zu erwarten, das ihn vom „alten Damm“ nach Horn hinüber tragen ſollte. Denn ſo
hatte er's gewünſcht. Von Jägersruh, wo er die letzte Nacht
zugebracht hatte, ging er mit Chriſtinen durch den Wald zum Strande— der Verkehr des Paars war in der Oberförſterei trotz der, ihm von allen Seiten begegnenden Rückſicht und Freundlichkeit, dennoch nothwendig ein beſchränkter geblieben, und die Beiden hatten einander noch ſo viel zu ſagen! Und wenn es zum wirklichen Abſchied ging, wollten ſie nicht da drüben zu Horn unter all' den Menſchen ſtehen, die bei ſol⸗ cher Gelegenheit ſich zuſammenfinden und die Gehenden und Kommenden neugierig muſtern, und wenn dieſelben ihnen be⸗ kannt ſind, ſich heran und dazwiſchen drängen. Sie wollten nur ſich allein und Niemand ſonſt.
Sie ſaßen auf dem Grabenufer, Hand in Hand, und die Augen ſuchten einander immer von neuem und trugen all' die Liebe, die Treue und das Vertrauen, die Wehmuth und die Sehnſucht des einen Herzens zum andern, aber die Lippen blieben geſchloſſen, denn was den Menſchen am tief⸗ ſten bewegt und bis in's Innerſte erfüllt, dafür reichen die Worte nicht aus. Aber wenn Zwei ſich recht verſtehen, ſo wiſſen und vernehmen ſie es auch ohne dieſelben. Es ſtörte ſie nichts; der Wald hinter ihnen war ſo einſam und ſtill, wie das Feld und die See im Vordergrunde. Die Luft ging ſo leiſe, daß ſich ſelbſt an den Haſeln, die ſich hier am Waldrand dicht zuſammendrängten und über dem Paar wie


