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Treue siegt : eine Geschichte von der See / von Edmund Hoefer
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

ihr offenbarte ſich jetzt das verderbliche Spiel des Gatten: er hatte der Armen den Sohn im wörtlichſten Sinne des Wortes vom Herzen fortgelogen und fortbetrogen, wie er denn auch in ihren übrigen Angelegenheiten die Gattin faſt überall mit Lug und Trug umgeben und über die Wahrheit ge⸗ täuſcht hatte.

Detlef hatte das bis auf einen gewiſſen Grad begriffen und mehr als einmal verſucht, die Mutter aus dieſen Netzen zu befreien er hatte ihr trotz allem, was vorgegangen war, mehr kindliches Gefühl bewahrt, als die Meiſten ihm zugetraut haben mochten. Das hatte auch der Oberförſter Bensheim erfahren, denn hierher gehörte das, was ihn, wie wir wiſſen, vordem ſo ernſtlich für Detlef intereſſirt und ein⸗ genommen hatte, daß er demſelben bis auf den heutigen Tag eine Theilnahme widmete, die weit über das geſellſchaftliche Maß hinaus ging. Es war in einem Herrenzirkel über die frühere Frau Horſt und ihre Verbindung mit dem Magiſter in frivolſter Weiſe geſpottet worden. Als Detlef davon er⸗ fuhr, hatte er den Hauptſprecher zur Rede geſtellt, Widerruf und Genugthuung verlangt, war aber mit ſeiner Forderung verächtlich zurückgewieſen worden, weil er, wie man es be⸗ tonte, durch ſein Leben, ja durch ſeine Stellung zu den Sei⸗ nen das Recht auf Satisfaction verloren habe. Er benahm ſich bei dieſer Verhandlung, die zufällig in des Oberförſters Gegenwart ſtattfand, mit ſo viel Entſchloſſenheit, Tact und Würde, daß Bensheim mit voller Theilnahme auf ſeiner Seite ſtand. Und man durfte Detlef ſein Verhalten immer⸗